Hauseigentümerverband Schweiz zum Thema “Sicherheit”

Geld und Schmuck sicher aufbewahren: Wer viel Geld und Schmuck daheim aufbewahrt, muss für die Sicherheit erheblichen Aufwand betreiben. Nicht alle Tresore sind ihr Geld wert und halten, was sie versprechen.

Hauseigentümer-Ausgabe Nr. 5 vom 15.3.2015

HEV CH

Billigtresore bieten keinen hohen Schutz bei Einbrüchen. Ein Grossteil aller Kassenschränke kann von Einbrechern geknackt oder gewaltsam aufgebrochen werden.

Wohin mit dem Bargeld und Schmuck in der Wohnung? Versteckte Briefumschläge zwischen den Leintüchern oder die als Buch getarnte Dose im Regal finden auch die Anfänger unter den Einbrechern. Die Hausratversicherung übernimmt Bares nur bis zu ein paar tausend Franken, Schmuck fällt – abhängig von der Gesamtversicherungssumme – bis zu maximal wenigen zehntausend Franken unter den Hausrat.

Wirkungsvoller Schutz vor Einbrechern beginnt bei den Türen und Fenstern. Besonders leicht macht man es den Eindringlingen, wenn man beim Zugang zum Gartensitzplatz die Vorsichtsmassnahmen vernachlässigt. Schiebewände zum Garten hebelt oder drückt jemand, der darin geübt ist, innert Sekunden auf. Und ist der Sitzplatz auch noch vor Einblicken geschützt, wird der Einstieg in die Wohnung vollends zum Spaziergang.

Scheinsicherheit durch Billigtresore

Einmal in die Wohnung eingedrungen, gilt die Aufmerksamkeit der Einbrecher vor allem einem möglichen Tresor. 90 Prozent aller Kassenschränke, an die sich Eindringlinge heranmachen, werden entweder gleich in der Wohnung geknackt oder anderswo gewaltsam geöffnet. Gut ausgerüstete Diebe können auch massive Panzerschränke von 400 kg Gewicht wegtransportieren. Billigsafes sind so gesehen ihr Geld nicht wert.

Besonders dumm läuft es, wenn der Tresor zwar für die Diebe zu massiv gewesen wäre, sie aber in einer Schublade den passenden Tresorschlüssel dazu finden. Darum sollte ein Kassenschrank immer über ein Zahlenkombinationsschloss verfügen.

Zeigen Sie, was Sie haben!

Einbruchsichere Tresore sollten übrigens nicht wie im Film hinter kostbaren Bildern versteckt werden. Je schneller der Einbrecher einen Safe findet und feststellt, dass er ihn nicht knacken kann, desto eher verlässt er die Wohnung, ohne sie auf den Kopf zu stellen. Am besten montieren Sie den Panzerschrank gut sichtbar im Büro oder Schlafzimmer. Denn dort beginnen die Einbrecher ihre Suche oft.

Wer im Haus grössere Werte aufbewahren will, als durch die Hausratversicherung abgedeckt sind, benötigt eine Zusatzversicherung. Diese ist in der Regel an besondere Sicherheitsmassnahmen gebunden. So muss der Kassenschrank je nach versichertem Betrag ein bestimmtes Minimalgewicht aufweisen. Für sehr hohe Versicherungssummen werden ausschliesslich zertifizierte Tresore akzeptiert, also Schränke, die einem gut ausgerüsteten Dieb eine bestimmte Zeit widerstehen müssen. Der Tresor muss zudem in der Wand oder im Boden fachmännisch und unter Einhaltung von Minimalstandards verschraubt oder verankert sein.

Nutzen Sie darum beim Kauf eines Tresors das Wissen eines Fachhändlers. Er kennt die Anforderungen der Versicherungen. Widerstandsfähige Kassenschränke sind übrigens nicht ganz billig. Für ein fertig installiertes Modell ist schnell mit 4000 bis 6500 Franken zu rechnen. Eine valable Alternative dazu bleibt das Bankschliessfach. In den meisten Bankfilialen können Fächer schon für unter hundert Franken pro Jahr gemietet werden.

Von: WALTER MEILE, Leiter Marktregion Deutschschweiz, Zurich Schweiz