Wettrüsten an der Heimfront

Kaba, Waldis & Co Die Schweizer fürchten sich zunehmend vor Einbrüchen. So mancher Anbieter von Sicherheitstechnik kommt mit der Produktion kaum nach.

Handelszeitung vom 11.4.2013 – Auszug aus einem Artikel von Stefan Mair und Judith Wittwer

Der Versicherer Axa Winterthur registrierte 2012 so viele Einbruchdiebstähle wie nie zuvor. 5732 Fälle wurden gemeldet – fast 9 Prozent mehr als 2011. Auch Helvetia Versicherungen spricht von einem Höchststand. Rund 5000 Fälle sind es bei ihr. 15 bis 20 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Beim Rivalen Mobiliar verzeichnete man ein Plus von 10 Prozent.

Die Meldungen über Einbrüche hätten seinem Geschäft Auftrieb gegeben, erzählt Tresorhersteller Menzi. Mit einem Jahresumsatz von 6 Millionen Franken gehört Waldis Tresore zwar bis jetzt zu den kleineren Schweizer Unternehmen. Gemessen an den absoluten Verkaufszahlen ist der Produzent aber der grösste Tresorlieferant im Land – und er wächst weiter. «Wir planen einige Neueinstellungen, da wir die vielen Aufträge kaum bewältigen können», so Menzi.

Nicht nur viele neue Tresore verlassen die Werkhallen in Rümlang. Regelmässig kommen beschädigte Tresore zurück, weil Einbrecher sie knacken wollten und dabei mit allen möglichen Werkzeugen hantierten. «Die Täter gehen immer aggressiver vor», sagt Menzi. «Sie nutzen etwa Elektromeissel, Schleifmaschinen, Schweissbrenner – die Werkzeuge werden immer besser.» Für seine eigenen Tresore gibt Waldis Tresore eine 20-jährige Aufbruchgarantie, wenn sie an der Stelle belassen werden, wo die Firma sie hingestellt hat. «Seit 2010 haben wir über 2000 Tresore mit unseren höchsten Sicherheitsstandards geliefert und montiert. Ein einziger Tresor konnte von Einbrechern geöffnet werden, da sie über Stunden ungestört blieben.» Waldis Tresore nimmt für sich in Anspruch, in der obersten Liga der Tresorhersteller mitzuspielen. Ohne Lieferkosten und Montage bewegen sich die Stückpreise zwischen 4000 und 22000 Franken. Hauptabnehmer sind nach wie vor Hausbesitzer. «Wir können natürlich keine Werbung mit unseren Kunden machen », sagt Menzi. Die Wünsche der Kunden seien jedoch exklusiv. Manche stellten gleich ein paar Tresore ins Haus. «In eine Villa am Zürichsee haben wir vier Tresore geliefert.»

Riegel und Knauf werden bei den teuersten Tresoren extra vergoldet. «Der luxuriöseste Tresor war aber einer, der in der gleichen Farbe wie ein Steinway-Flügel lackiert werden musste», erinnert sich der Firmenchef. Selbst das Interieur der Sicherheitsschränke werde noch immer oft mit Holz und einer Spezialbeleuchtung ausgestattet. Nicht jeder will aber diese Extras. «Manche Tresore sind nicht viel mehr als Blechkisten», sagt Menzi. Nicht umsonst stünden die Tresore in den Baumärkten oft neben den Briefkästen.

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